Zuzahlungen für Medikamente, einfach erklärt.

Berechnung Zuzahlung

Oftmals werden Zuzahlungen für Medikamente von Patienten nur zähneknirschend hingenommen. Manchmal fehlt auch das Verständnis für die Zuzahlung oder es ist nicht klar, wer die Zuzahlung überhaupt erhält. In vielen Apotheken sind dies die häufigsten Kommentare von Patienten, wenn es um das Thema Zuzahlungen geht:

  • “Warum muss ich so viel bezahlen?”
  • “Ich will doch nicht die Apotheke kaufen.”
  • “Wie berechnen sich die Zuzahlungen?”
  • “Wie viel Zuzahlung kostet Medikament XYZ?”

Vorweg sei gesagt, dass die Apotheke, in der Sie das Medikament erwerben, keinen Zugewinn von den Zuzahlungen hat. Die Zuzahlungen müssen an die Krankenkassen weitergeleitet werden.


Inhaltsverzeichnis


Zuzahlungen für Arzneimittel und Verbandmittel

Rezeptfreie Arzneimittel werden in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt. Die Kosten von verschreibungspflichtigen Arznei- und Verbandmitteln werden von der Krankenkasse übernommen. Allerdings muss der Patient einen Teil davon selber tragen, er bezahlt somit eine Zuzahlung.

Die Zuzahlung beträgt 10% des Apothekenabgabepreises, mindestens 5,00 € und maximal 10,00 €, jedoch nicht mehr als der Preis des jeweiligen Produkts.

Beispiele

ProduktpreisZuzahlungErklärung
70,00 € (Preis)7,00 € (Zuzahlung)10% Zuzahlung
8,00 € (Preis)5,00 € (Zuzahlung)Der Patient zahlt nicht 0,80 € (10%-Regel), sondern die Mindest-Zuzahlung von 5,00 €
günstiger als 5,00 € (Preis)Produktpreis (Zuzahlung)Der Patient bezahlt das Produkt komplett selbst, da es unter der 5,00 € Grenze liegt
teurer als 200,00 € (Preis)10,00 € (Zuzahlung)Der Patient zahlt nicht 20,00 € (10%-Regel), sondern die Maximal-Zuzahlung von 10,00 €

Ausnahmen:

  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind von der Zuzahlung befreit.
  • Bleiben die Hersteller mindestens 30% unter dem Festbetrag (siehe Mehrkosten), ist das Medikament für den Patienten zuzahlungsfrei.

Zuzahlungen im Hilfsmittelbereich

Für Hilfsmittel gilt ebenfalls eine Zuzahlung von 10% der Kosten des Hilfsmittels. Mindestens 5,00 € und höchstens 10,00 €, jedoch nicht mehr als die Kosten des Produkts.

Für Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, wie z. B. Vorlagen für Harninkontinenz, sind 10% je Verbrauchseinheit aber maximal 10,00 € pro Monat als Zuzahlung zu bezahlen. Die Untergrenze von 5,00 € gilt hier nicht.


Mehrkosten

Für viele Arzneimittel bezahlen die Krankenkassen einen festgelegten Preis, den sog. Festbetrag.

Kostet das verordnete Arzneimittel mehr als der festgelegte Preis, muss der Patient die Differenz selber bezahlen, und zwar zusätzlich zur Zuzahlung. Dies trifft auch auf Patienten mit einer Zuzahlungsbefreiung zu.

Beispiel

Ein Medikament kostet 21,00 €, der Festbetrag des Präparates beträgt 18,00 €. Der Patient muss zusätzlich zu der Zuzahlung von 5,00 € noch Mehrkosten von 3,00 € zahlen, also insgesamt 8,00 €.


Fragen Sie Ihre/n Apotheker/in nach zuzahlungs- bzw. mehrkostenfreien Alternativen.

Weitere Informationen auch beim Bundesministerium für Gesundheit: Die wichtigsten Regelungen für Zuzahlung und Erstattung im Überblick (Arzneimittel)


Bilder:
© 101dalmatians – istockphoto.com

  • Themen:
  • Artikel erstellt:
  • 5. Juli 2015

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