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Unregelmäßiges Ziehen in der Brust. Herzprobleme?

Seit einigen Wochen verspüre ich in unregelmäßigen Abständen ein Ziehen in der linken Brust. Ich war mit den Beschwerden bei einem Orthopäden (dort wurden verschiedene Übungen gemacht), beim Hausarzt und bei einem Kardiologen (hier wurde Ultraschall und Belastungs-EKG gemacht, auch wurde im September durch einen Amtsarzt ein Ruhe-EKG gemacht).

Wegen dem Ziehen in der Brust wurde mir Physiotherapie verschrieben, die bisher aber nur mäßig geholfen hat. Hinzu kam in letzter Zeit häufiges Herzklopfen (deutliches Spüren des Herzschlages, besonders abends, zeitweise aber auch tagsüber). Auch habe ich das Gefühl, dass mein Puls bei kleinen Bewegungen manchmal schnell ansteigt. Zweimal kam in der Zeit auch Schwindel und Unwohlsein hinzu.

Ich habe nun Angst doch ein Herzproblem zu haben. Zwar wurde mir durch den Kardiologen gesagt, dass Ultraschall und Belastungs-EKG völlig normal waren. Ich habe aber gelesen, dass Herzrhythmusstörungen auch nur zeitweise auftreten können und somit vielleicht von dem EKG nicht erfasst wurden. Sollte ich nochmal den Arzt aufsuchen und ein Langzeit-EKG machen lassen?

Andererseits habe ich mich auch über die Herzphobie informiert. Auch diese Symptome könnten auf mich durchaus zutreffen. Die Beschwerden traten etwa in der Zeit auf, als ich in der Familie einen Todesfall mit Ursache von Herzproblemen hatte. Es wäre also auch möglich, dass die Beschwerden aufgrund dieses Ereignisses nur psychischer Natur sind, richtig?

In letzter Zeit habe ich manchmal schon größere Angstzustände, kontrolliere auch regelmäßig meinen Puls. Ich bin männlich, 24 Jahre alt, 196 cm groß, ca. 90 kg schwer, treibe seit ca. 2 Jahren regelmäßig Ausdauersport. Den Sport treibe ich auch aktuell weiter, habe dabei keine weitergehenden Probleme, außer dass auch dabei der Herzschlag wieder zu spüren ist. Medikamente nehme ich keine. → Antwort zeigen

Danke für diese detaillierte Beschreibung, dies hilft ungemein um die nächsten Schritte die sinnvoll wären, richtig anzugehen.

1. Lifestyle und Psychosomatik: Auf den ersten Blick klingen Ihre Beschwerden psychosomatisch, also durch psychische Komponenten ausgelöste, körperliche Symptomatik. Häufig können Stress in Ausbildung, Beruf, Familie oder auch in der Beziehung zu solchen Verspannungssymptomen führen, deren Ursache man garnicht genau lokalisieren kann. Sie sind ein sehr nachdenklicher und genau prüfender Mensch, was auch dazu führen kann, dass die Ungewissheit zu Ängsten, Ängste zu wiederkehrenden Schüben von Panik und diese zu Verschlimmerung der Symptomatik durch enorme psychische Belastung und Leidensdruck führen kann. Die Tatsache, dass Sie keine klare Diagnose erhalten haben, erschwert den seelischen Zustand bzgl. der Beschwerden zusätzlich. Besonders nachts, wenn Sie keine Ablenkung haben, setzen sich Gedankenspiralen in Bewegung und Sie achten verstärkt auf die Intensität ihres Herzschlags sowie auf Puls und werden unruhig. Durch die Unruhe verändert sich Ihre Schlafmethodik und Sie erfahren deutlich weniger Ruhe und Ausgleich als Sie bräuchten. Dadurch können Verspannungen besonders in Rücken und Brustkorb entstehen, die sehr belastend sind. Dies kann man weiter ausführen, den Stress und die ungesunde Ernährung unserer Generation, den Elektrosmog, Umweltverschmutzung und Abgase, eventuelle ungesunde Lebensweisen und Überbelastung des Körpers bei ungenügenden Ruhephasen und Sie erfahren Beschwerden, die lifestylebedingt sind.

Lösungsansatz: Suchen Sie nach Ausgleich und Ruhe in Ihrem Alltag und vermeiden Sie möglichst viele von den oben beschriebenen Fehlern. Achten Sie auf Ernährung, Vitamine und Flüssigkeitsausgleich nach dem Sport. Sport eher in den Vormittag legen, damit sich das vegetative Nervensystem zum Abend hin auf Ruhe und Schlaf einstellen kann (beachten Sie die Schlafhygiene -> diesbezüglich auf Apohilft.de die Fragen durchsuchen).

Gegen diese Unruhe und Entgleisung des vegetativen Nervensystems empfehle ich Ihnen DYYSTO LOGES (3x 1 tägl.) homöopathisch.

2. Körperliche Beschaffenheit und Blutdruck: Sie sind sehr groß und schlank, was eine Ursache für viele kreislaufbedingte Auffälligkeiten sein kann.

Lösungsansatz: Sie sollten ihre Schilddrüsenfunktion prüfen lassen sowie Ihren Blutdruck 2x täglich messen (direkt als Erstes nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen). Ein kleines Blutbild bezüglich Mangelerscheinungen sollte ebenfalls gemacht werden (Magnesium Kalium besonders). Ein Langzeit-EKG ist auch sinnvoll. Achten Sie auf Ihren Säure-Base-Haushalt, ich empfehle Ihnen nach dem Sport Basica(R) Basenpulver.

3. Aus eigener Erfahrung: Gönnen Sie sich Wellness (Sauna, Ruhe, Ausgleich, evtl. Massage 1x die Woche) und denken Sie an sich. Übertreiben Sie weder mit Sport noch mit Genussmitteln wie Alkohol, Zigaretten. Meiden Sie laute Geräusche und suchen Sie nach Ablenkung bezüglich Ihrer Gedankenprozesse in Verbindung mit den Beschwerden. Zu viel Grübeln ist nicht immer gut.

Viel Erfolg und ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig helfen.

Erwähnte Medikamente

  • Frage gestellt:
  • 6. November 2014
  • Antwort bearbeitet:
  • 27. März 2015

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