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Schmerzen im Unterbauch aber keine Blinddarmentzündung?

Hallo, meine frage ist: Ich habe seit ca. 4 Tagen ein dumpfes Schmerzgefühl im rechten Unterbauch meist auf Höhe des Bauchnabels manchmal auch etwas tiefer und manchmal strahlt auch ein kurzer stechender Schmerz in den Bereich des Becken bzw. rechte Flanke.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Vor kurzen (ca. 6 wochen) wurde bei mir ein Reizdarmsyndrom mit Diahroe (Durchfall) festgestellt. Kann es damit zusammenhängen? Oder ist es vielleicht doch der Blinddarm?

Es gibt aber keinerlei weitere Symptome, die auf Blinddarmentzündung oder -reizung schließen lassen. Gut, hin und wieder ist mir etwas übel und beim Gehen tut es hin und wieder auch etwas mehr weh aber ansonsten scheint alles i. O. zu sein. Kein Fieber (obwohl heute beim Messen unter den Achseln 35,9 °C und anal 37,4 °C), habe dann aber gelesen, dass unter den Achseln sehr ungenau ist und habe dann nochmal oral gemessen (37,3 °C). Es gibt auch keinen Loslass-Schmerz oder Schmerzen beim Hüpfen auf dem rechten Bein und auch sonst gibt es keine Symptome, die auf einen defekten Blinddarm schließen lassen.

Kann mir irgendwer irgendwie weiterhelfen?

Noch kurz zu mir: bin männlich, 33 Jahre alt, eher unsportlich (hin und wieder mal Fahrradfahren) und im Beruf sitze ich fast 10 Stunden auf meinem Hintern vorm PC. → Antwort zeigen

Die Diagnose Reizdarmsyndrom birgt sehr viele komplexe und sehr individuell unterschiedlich wahrgenommene Beschwerden in sich. Vom simplen Unterbauchschmerz bis zu krampfartigen Schmerzen mit Durchfällen und Kreislaufbeschwerden ist alles möglich, ebenso die im Text beschriebene Symptomatik. Durch diese diffus erlebten Beschwerden fällt die Diagnostik genau so schwer, wie eine vernünftige Behandlung! Da ich selber diese Diagnose auch erhalten habe, kann ich in diesem Fall aus eigener Erfahrung sprechen und dir die vielen Behandlungen beschreiben, welche ich bereits bei mir angewendet habe! Ich differenzierte hierbei unter akuten, massiven Beschwerden, die mich sehr viel Lebensqualität gekostet haben (Durchfälle nach fast allen Mahlzeiten, Herzrasen/Kreislaufprobleme Schlafstörungen etc.) und den weniger schlimmen Beschwerden (ständiges Magengrummeln, Unruhe im Magen, Reflux, Magenübersäurung).

Im Akutzustand erhielt ich verordnet von meinem Hausarzt: MCP Tropfen 3x 20 Tropfen vor dem Essen oder Domperidon (alternativ Iberogast Tropfen 3x 35 Tropfen) als Dauermedikation für ca. 3 Wochen + Pantoprazol 20 mg (eine täglich vor dem Abendessen)! Diese Kombination bewirkte bei mir wahre Wunder und schaffte deutlich mehr Lebensqualität für einen Zeitraum von 3-4 Monaten. Die Beschwerden kehrten leider schubweise wieder, meist zur Herbst-/Winterzeit.

Zwischendurch habe ich oft Sidroga-Magen-Darm Beruhigungstees genutzt (2x tägl.). Und auch alle 6 Monate eine Darmsanierung mit Omniflora, Bactoflor oder Bion3 gemacht, was mir sehr gut getan hat (hierbei werden körpereigene Bakterienkulturen zugeführt, meist Tabletten oder Kapseln).

Als viel entscheidender als die Medikation betrachtete ich die Lifestyleänderung, die ich beschloss vorzunehmen, um gegen die Erkrankung vorzugehen und mir ein neues Körpergefühl zu ermöglichen:

  1. Ich habe mir fest vorgenommen jeden Morgen vor der Arbeit in Ruhe zu Frühstücken, mir mittags statt Fastfood etwas Fettarmes wie Suppen, Salate oder Selbstgekochtes zu gönnen und das Abendessen verhältnismäßig klein ausfallen zu lassen.
  2. Statt Bier, Rotwein und Cola /Fanta/Sprite gab es Wasser und frische Säfte mit niedrigem Säureanteil! Ca. 3 Monate lang.
  3. Alle 2 Tage habe ich mit leichter Bewegung angefangen aus meinem bewegungsarmen Hobby (PC) etwas Schwung in mein Leben zu bringen und etwas Aktives zu machen. Es begann mit Walken und endete nach 1 Jahr bei einem entspannten 10-km-Lauf.
  4. Mein Körpergewicht sank um 20 kg und sowohl mein Blutdruck als auch meine Beschwerden gingen signifikant zurück!

Ich kann zusammenfassend sagen, dass mir Vernunft und die Abkehr von den üblichen Gewohnheiten langfristig am besten geholfen haben. Ich musste eine gehörige Portion Geduld mitbringen bis ich mit Fug und Recht behaupten konnte, dass ich alle meine Beschwerden losgeworden bin! Der Prozess der Heilung dauerte fast 18 Monate und zwischendurch war die genannte Medikation sehr hilfreich!

Erwähnte Medikamente

  • Themen:
  • Frage gestellt:
  • 28. April 2014
  • Antwort bearbeitet:
  • 28. April 2015

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