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Erschöpft, antriebslos, Schmerzen nach Bandscheibenvorfall. Was tun für ein geregeltes Leben?

1999 begann alles mit Bandscheibenvorfällen im LWS Bereich, darauf folgten immer wieder in derselben Höhe Vorfälle, zuletzt wurden Implantate eingesetzt 2010. Hinzu kamen 2004 Bluthochdruck, der nicht einstellbar erscheint, rheumatische Schmerzen, Tinnitus, Depressionen, Nierenarterienstenose, Schlafapnoe, Schmerzmittelabhängigkeit und eine Schilddrüsenunterfunktion nach Radiojodbehandlung.

Ich bin viel erschöpft, neige zu Antriebslosigkeit abgewechselt mit sehr gesteigerter Aktivität, außerdem Atemnot, Muskelschmerzen, starkes Schwitzen und gleichzeitig friere ich. In dieser Phase bin ich dann auch sehr erschöpft. Das Besondere: dies passiert oft nach warmen Mahlzeiten, mittlerweile esse ich kaum noch, um dies zu vermeiden und um nicht noch mehr zuzunehmen. Gewichtszunahme unerklärlich.

Mittlerweile bin ich von 7 Tagen vier erschöpft und muss den ganzen Tag schlafen. Weiß nicht mehr weiter. Kann keinem geregelten Leben mehr nachgehen. Wäre für Ihre Hilfe sehr dankbar.

PS: nehme bis zu 6 Tilidin 150 innerhalb 24 Stunden und Ibuprofen ca. 4/ Citalopram ca. 3 → Antwort zeigen

Abgesehen von den multimorbiden Zuständen fällt eine große Problematik auf:

Sie sind nicht auf eine vernünftige Medikation eingestellt! Ihre Tilidindosis übersteigt die zugelassene Tageshöchstdosis um 30% und in Kombination mit dem Citalopram, welches auch im zentralen Nervensystem damit wechselwirkt, sind Ihre Plasmaspiegel jenseits von Gut und Böse. Dies bewirkt oftmals eine Ausartung der Nebenwirkungen, die sich durchaus wie o.g. von Ihnen äußern können.

Sie müssen unbedingt die Medikation mit Ihren verordnenden Ärzten abstimmen. Eventuell ein NSAR (nichtstereoidales Antirheumatikum) hinzunehmen, um auf einen Großteil der Tilidindosis zu verzichten, eventuell auch Cortison in richtigen Dosen. Als Beispiel sei ARCOXIA genannt, welches nicht im zentralen Nervensystem mit ihrer antidepressiven Therapie wechselwirkt und sehr gut entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt.

Ich möchte Ihnen jetzt nicht im Detail Hinweise bzgl. Lifestyle und Rückenschule geben, denn diese setzen ausgewogene Ernährung, leichten Sport und manuelle Therapie (Massage, worauf Sie Anspruch haben nach LWS-Syndrom; lassen Sie es sich unbedingt verordnen) voraus, wofür sich aber Ihr seelischer und körperlicher Zustand nach Neukalibrierung Ihrer Medikation erst stabilisieren muss. Nachdem dies erfolgt ist, werde ich Ihnen gerne unter einer neuen Frage oder Kommentar (s.u.) auf diesem Portal gerne weiter behilflich sein. Ihre Blutdruckmedikation (von der noch keine Rede war) muss auch neu eingestellt werden, dafür sollten Sie aber 2x täglich Blutdruck messen und die Werte für Ihren Arzt niederschreiben und auch präsentieren, damit er ein Feedback bekommt und besser auf Ihre Bedürfnisse reagieren kann.

Ich habe selbst einen L4-L5-S1 Bandscheibenvorfall mit Rückenschule, Bewegung und angemessener schonender Medikation innerhalb von 2 Jahren völlig schmerzfrei therapiert bekommen, ohne Operation. Ich hoffe, das bestärkt Sie in ihrem Handeln und schenkt ein wenig Hoffnung.

  • Frage gestellt:
  • 4. Februar 2015
  • Antwort bearbeitet:
  • 5. Februar 2015

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